Helge Letonja erhält Projektförderung der Kulturstiftung des Bundes für europäisch-westafrikanische Tanzproduktion von steptext dance project (Bremen) und Jant-Bi (Toubab Dialaw/Senegal)
Mit einer Audition startet in Bremen am 11. März 2012 die deutsch-senegalesische Koproduktion HOME 52° 30’ N 13° 23’ E ELEV 37 m, eine choreografische Arbeit von Helge Letonja, Opiyo Okach und acht zeitgenössischen Tanzkünstler/innen europäischer und westafrikanischer Herkunfts-, Schaffens- und Lebenskontexte. Gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes, den Senator für Kultur und das Institut français Bremen umfasst das Projekt HOME neben der Tanzproduktion mit Premiere im September einen Workshop in der senegalesischen École des Sables im Juni.
Heimatland, Geburtsort, Lieblingsstadt, Ort der Beerdigung, Arbeitsort, Herkunft der Ahnen, soziales Online-Netzwerk, Fußballteam, Religionszugehörigkeit, politische Partei – der Begriff „zuhause“ ruft vielfältige Assoziationen und Projektionen physischer und mentaler Zugehörigkeiten hervor. Wie manifestiert sich „zuhause“ als Bezugsgröße, welche Relevanz hat es? Im Leben, im Tanz? Handelt es sich eher um bewegliche, wandelbare Zustände, als um äußere oder innere Orte? Bereits in der Trilogie DisPLACING Future (Uraufführung des ersten Teils "The Bog Forest" im März 2011) widmet sich der Choreograf Helge Letonja Aspekten von Migrationsbewegungen. Mit HOME 52° 30’ N 13° 23’ E ELEV 37 m fokussiert steptext dance project nun auf den afrikanischen Kontinent. Zentrale inhaltliche Referenz für das Projekt ist die multimediale Installation zon-mai von Sidi Larbi Cherkaoui und Gilles Delmas. Geschaffen für die Cité de l'histoire de l'immigration in Frankreich, ist sie im April 2012 in Bremen zu sehen und bildet den Ausgangspunkt für künstlerische Projekte verschiedener Bremer Institutionen.
Den zweiwöchigen Auftaktworkshop zur Tanzproduktion in der École des Sables im Juni 2012 leitet unter anderem die als "Mutter des zeitgenössischen afrikanischen Tanzes" bekannte Choreografin Germaine Acogny. Neben dem Produktionsensemble bekommen 12 weitere Tanzkünstler/innen aus Europa und Afrika, gefördert durch ein Stipendium, die Möglichkeit zur Teilnahme. Von Juli bis September erarbeiten der aus Österreich stammende und in Bremen lebende Helge Letonja und der herkünftig kenianische, auch in Frankreich produzierende Opiyo Okach ihre Choreografie in Toubab Dialaw und Bremen. Dabei stellen sie die Frage nach „zuhause“ aus jeweils eigenen Perspektiven mit unterschiedlichen Schwerpunkten.
Das Tanzstück HOME 52° 30’ N 13° 23’ E ELEV 37 m wird im September 2012 im Rahmen des Festivals zuhause.anderswo – zon-mai in der Schwankhalle Bremen uraufgeführt, gastiert im Oktober in Berlin und tourt 2013 in die Cité de l'histoire de l'immigration nach Paris.
Künstlerische Leitung: Helge Letonja l Choreografie: Helge Letonja, Opiyo Okach l Künstlerische Partner: Germaine Acogny, Ciré Beye, Bertrand Saki Tchebe l Produktion: steptext dance project in Kooperation mit Jant-Bi/L’École des sables (Toubab Dialaw, Senegal) l Gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes, Senator für Kultur Bremen, Institut français Bremen.
Info: steptext dance project: www.steptext.de l Jant-Bi/École des sables: www.jantbi.org l zon-mai: www.zon-mai.com |