For Your Eyes Only

Festivalprogramm

Die Besucher*innen entscheiden ausnahmsweise nicht selbst, für welche Performances sie ein Ticket kaufen. Stattdessen wird ein Zeitraum ausgewählt und zufällig ausgelost, welchen Künstler*innen Sie begegnen werden. Ein Kombiticket (9 EURO) umfasst jeweils drei 15-minütige Vorstellungen.
Ausnahme: »Die Vier in der Nähe« von Hysterisches Globusgefühl findet in der Schwankhalle statt. Für diese Performances ist ein gesondertes Ticket erforderlich.

Reza Nouri Arfae: Room, Space and Void

This work focuses on the theme of space. What space do we take for ourselves and what space is given to us? How are we impacted by the lack of space and what effects does social distancing have on us and our personal sphere? Using urban dance, influences from contemporary dance and Latin American dances, the performance shares new and painfully missed spatial experiences of the past years.

Sophia Bizer: Aquarius Narrativus

In einer intimen Performance bespielt Sophia Bizer ein mit Wasser gefülltes Aquarium. Mithilfe verschiedener Objekte, Mechaniken und physikalischer Effekte schafft sie eine sinnliche Theatererfahrung unter, auf und über der Wasseroberfläche.
Dabei taucht sie in Fragen nach der Verflüssigung von Grenzen zwischen Gendernormen sowie zwischen Lebewesen an Land und zu Wasser ein. Wie könnte eine utopische Welt aussehen, in der die Grenzen der verschiedenen Lebensräume aufgehoben sind?

Riccardo Castagnola: Be–still–tell me…

Lass uns nicht über unsere Träume reden, sondern ihre Spuren verfolgen! Ein interaktiver Tisch zwischen Performer und Zuschauer*in wird zur Tür, die in eine Welt der Erinnerungen und Assoziationen führt. Wie beim Schachspiel verschieben wir Zug um Zug analoge, digitale, visuelle und akustische Symbole auf der Fläche zwischen uns. Mit einer Choreographie der Mikro-Gesten schaffen wir gemeinsame Bild- und Klang­kompositionen und kommunizieren assoziativ miteinander. Nach 15 Minuten verabschieden wir uns mit einem symbolischen Objekt voneinander.
Multimedia Performance ohne Sprache

Simone Ehlen: Queering Family Portraits

Eine Einladung zu einem Familienfest auf Augenhöhe – und mit Regenbogen-Tischdecke. Im Gespräch durchbrechen wir stereotype Bilder von Familie und erfinden neue Traditionen. Wir lüften lang gehütete Familiengeheimnisse, probieren (geliebte und gehasste) Familienezepte aus und würzen sie neu. Wir zeichnen queere Stammbäume nach und füllen die Wände mit unseren Wahlfamilienfotos.
Sprache: Englisch oder Deutsch (wahlweise)

Jakob Engel & Jan Philipp Stange: Artist Talk

In einer virtuellen Landschaft voll glucksender Frösche und zirpender Grillen trifft das Publikum auf einen menschlichen Avatar. Wie geht eigentlich Unterhaltung? Plappern, schwätzen, babbeln, schweigen: Das Eigentliche bleibt ein Mysterium. Was kann man teilen, wenn das Gegenüber nicht aus Fleisch und Blut ist? In der 1:1-Performance »Artist Talk«, die immer individuell verläuft und vertraulich bleibt, entsteht ein persönliches Tête-à-Tête zwischen Mensch und Avatar.

Birgit Freitag & Neus Ledesma Vidal: Close Up

Die Performerin Neus Ledesma Vidal lädt zu einem Treffen mit Tee. Pfefferminze, Schwarztee, Hibiskus… Während der Tee zieht, sammelt Neus Informationen über ihr Gegenüber, die zu Scores für ein persönliches, getanztes Porträt werden. Ein Geschenk für alle ab 8 Jahren, die sich vorstellen können, sich in die Ungewissheit einer Eins zu Eins–Performance zu begeben.
Performance/Tanz in englischer Sprache.

Katharina Greeven: Falling in love in 15 minutes

Sich Verlieben. Eine Praxis? Eine Strategie? Ein Gefühl?
Die Performance lädt ein zu einem 15-Minten-Date. Wie entsteht Intimität in kurzer Zeit und wie funktioniert sich Verlieben? Mit einem Augenzwinkern und im Minutentakt wird durch Liebesaffekte, wahre Gefühle und Gesten der Zuneigung geführt.

Jan van Hasselt: Die Verbesserung des neuen Mitteleuropas

Sprechen Sie gerne mit dem Beauftragten zur Verbesserung des neuen Mitteleuropas. Er wird ihnen antworten. Ist das ein Mensch oder ein Bot? Hat er etwas mit künstlicher Intelligenz am Hut? Immerhin gibt es einen Sonnenuntergang.
Sprachen: Englisch, Deutsch

Hysterisches Globusgefühl: Die Vier in der Nähe

Wie können wir die Entfremdung voneinander überwinden und kooperieren wie Kompost? Wie können wir uns an den Rändern verändern, weicher und durchlässiger werden? Und wie bitteschön können wir vier Menschen auf einmal in die Augen schauen? In einer von alten und neuen Ängsten geprägten Zeit sucht das Performancekollektiv Hysterisches Globusgefühl nach neuen Möglichkeiten des Zusammentreffens. Die Zuschauer*innen sind eingeladen, Teil eines gegenwärtigen »Wir« zu werden. Ein lustvolles Spektakel das für jeweils eine*n Zuschauer*in von Nähe, Tiefschlägen, Trost und Angst, von Sehnsucht und Hoffnung erzählt.
Die Performance findet in der Schwankhalle statt!

Rebecca Junghans: Wheels of Fortune

»Welcome to the Wheels of Fortune – your 15 minutes are starting now«
Diese Kurz-Performance feiert die Exklusivität des Moments. Die Zuschauer*in wird gebeten, nacheinander an drei Glücksrädern zu drehen, sich anschließend auf den bereitgestellten Sessel zu setzen und die Show zu genießen. Das erste Rad bestimmt die Klangkulisse, das zweite eine Emotion, das dritte eine Handlung. Jedes Drehen am Glücksrad lässt zufällige, mal berührende und mal absurde Situationen entstehen – bis die Zeit abgelaufen ist.
Sprachen: deutsch/englisch

Alexandra Llorens: Fortune Teller

Die Liebenden, der Narr, die Gerechtigkeit, der Tod… Vierzehn Tarotkarten werden zum Ausgangspunkt dieser Eins-zu-Eins-Performance. »Fortune Teller« lädt dazu ein, neue Perspektiven auf die eigene Biografie einzunehmen. Wie gehen wir mit den Themen um, die die Karten transportieren? Was bedeuten Liebe, Tod, Natur und Macht für jede*n Einzelne*n von uns? Und wie sehr ist unsere Wahrnehmung der Welt durch unseren kulturellen Hintergrund geprägt?
Sprache: englisch

Janis E. Müller / Julie Savchenko / Andy Zondag: Present Traces

Eine interdisziplinäre Performance mit kontemplativen Charakter. Die Zuschauer*in erlebt einen Raum, dessen scheinbar alltägliche Gegebenheiten sich kaum merklich in eine choreografische Installation verwandeln. Über Kopfhörer verbinden sich Synthesizerklänge, Field Recordings und Sprachfragmente zu einer Art Hörstück. Die Umgebung beginnt zu tanzen. Oder ist alles wie immer?

Daniel Riedel: Eine Zaubershow

Haben Sie als Kind einen Zauberkünstler erlebt? Eine interaktive Show, in der niemand Bock hatte mitzumachen? Die Elemente einer Zaubershow aufgreifend, gemischt mit traumatischen Erfahrungen aus Shows mit Publikumsinteraktion, lädt Daniel Riedel – simsalabim – zu einer Show zwischen Nicht-Mitmachen-Dürfen und Nicht-Mitmachen-Wollen ein.

Karl Rummel: Contact

Zwei Personen stützen sich gegenseitig mit ihrem eigenen Körpergewicht. Zwischen ihnen befindet sich eine Plexiglas-Platte. Beide können sich gemeinsam frei im Raum bewegen. Beide finden Variationen von Positionen, wie sie zusammen die Fläche bewegen und stillhalten können. Vielleicht entsteht ein Tanz, vielleicht entsteht eine Skulptur. Das Ergebnis ist offen, der 15-minütige Prozess bleibt spontan und improvisiert.
Die Performance selbst ist nonverbal, ein kurzer Austausch zum Einstieg kann in Englsich oder Deutsch stattfinden.

Eine Tänzerin in Bewegung
Daniela Buchholz

Magali Sander Fett: Baile Funk

Baile Funk ist ein Tanzstil aus den Favelas von Rio de Janeiro. Seine »Passinhos« (Tanzschritte) wecken Lust zum gemeinschaftlichen Tanzen und sind zugleich kulturelle Ausdrucksform einer gesellschaftlichen Gruppe. Was passiert, wenn ein außenstehender Körper dort eintaucht und diese Schritte lernt?
Tanz-Performance ohne Sprache

Emilia Sting: Tactile Bodies

Ausgehend von queeren Konzepten des Körpers untersucht die Performance, wie Begegnungen und Interaktionen zwischen menschlichen und textilen Körpern die taktile Wahrnehmung beeinflussen und erweitern können. Wie können wir mit einem unbekannten Körper auf taktile Weise in Kontakt treten? Was können wir teilen? Welches Wissen entsteht in diesem Austausch? »Tactile Bodies« ist eine Einladung, sich über Berührung zu verbinden und sowohl von als auch mit anderen menschlichen und nicht-menschlichen Körpern zu lernen.

›For Your Eyes Only‹ ist ein Folgeprojekt der ›Blind Dates‹ im Rahmen des Homo Novus Festival in Bremens Partnerstadt Riga, in Kooperation mit dem Homo Novus Festival und dem Goethe Institut Riga.